Rebeca

Essay film // Germany/Peru 2009 // 23’37”

 

(ENG)

How do we approach events that are beyond our comprehension? In his new short film, Gonzalo Rodriguez addresses this question by trying to understand his grandmother’s death. She died in 1993, whilst crossing an expressway. His search leads him back to Lima, Peru, the place it happened. Talking with Rebeca’s children and husband, he tries to draw a mental picture of his grandmother and her motives. This line of questioning remains unsatisfying, fragmentary and subjective, just like every other form of memory. In loose associations, pictures follow narratives without being able to give a clear or true impression, a failing that Rodriguez doesn’t try to make up for, but rather intensifies by using techniques of photomontage and picture collage. The question of the power and the helplessness of pictures and words combined in a cinematic narrative opens up a second layer. It is the backdrop upon which Rodriguez develops his autobiographical documentary, which he finally finishes knowing that every story cannot give more than one of the many perspectives on what has happened.

Tasja Langenbach / Videonale

(DEU)

Wie nähern wir uns Geschehnissen an, die sich unserem Verstand entziehen? Gonzalo Rodriguez umkreist diese Frage in seinem experimentellen Kurzfilm „Rebeca“, in dem er versucht, den Tod seiner Großmutter, die 1993 beim Überqueren einer Schnellstraße starb, nachzuvollziehen. Seine Suche führt ihn zurück nach Lima in Peru, den Ort des Geschehens. Über verschiedene Gespräche mit Rebecas Kindern und ihrem Ehemann will Rodriguez sich ein Bild von seiner Großmutter und ihren Motiven machen. Aber wie jede Form der Erinnerung bleiben auch diese Befragungen unbefriedigend bruchstückhaft und subjektiv. In losen Assoziationen reihen sich Bilder und Erzählungen aneinander, ohne ein geschlossenes oder gar wahrhaftiges Bild liefern zu können. Ein Manko, das Rodriguez jedoch nicht zu verbergen sucht, sondern vielmehr durch den Einsatz von Montagetechniken und Bildcollagen verstärkt. Die Frage nach der Macht und Ohnmacht von Bild und Wort und ihrem Zusammenwirken in der filmischen Erzählung ergibt eine zweite Folie, vor deren Hintergrund Rodriguez seine autobiografische Dokumentation entwickelt, die er schließlich in dem Bewusstsein enden lässt, dass jede Erzählung immer nur eine einzige von vielen möglichen Perspektiven auf das Geschehen vermitteln kann.

Tasja Langenbach / Videonale

Distribution:

Kurzfilmtage Oberhausen (Germany) // 6870 asbl (Belgium)